Lobbyverband der Energieverbraucher: das aktuelle EEG ist ungerecht

Eine große Ungerechtigkeit bezeichnet der Bund der Energieverbraucher e.V., dass (ausgerechnet) die stromintensive Industrie von der EEG-Umlage und den Netzentgelten befreit ist. Der Mittelstand und Verbraucher sind hier klar benachteiligt, da sie hingegen im vollen Umfang mit den Kosten der Energiewende belastet werden und diese praktisch alleine schultern müssen.

Der Lobbyverband der deutschen Energieverbraucher hat aus diesem Grund in Brüssel Beschwerde eingereicht. Die Befreiungen „stellten eine europarechtswidrige Beihilfe dar“. Der Vorstand des Vereins wird Anfang Februar mit der Kommission in Brüssel über dieses Thema reden.

Die Preise für Industriestrom sind im europäischen Vergleich in Deutschland seit 2007 deutlich gesunken, wenn man die Steuern und Abgaben unberücksichtigt lässt. Deshalb gibt es keinen Grund, die Industrieunternehmen zu Lasten aller übrigen Verbraucher zu begünstigen. Ohne den Ballast der Privilegien betrüge die EEG-Umlage bei gleicher Förderhöhe für die Erneuerbaren nur rund 1,8 Ct/kWh und wäre damit also nur halb so hoch wie zurzeit. Überzogene Gewinne der Versorger und fehlender Wettbewerb bei der Stromerzeugung sowie Manipulationen an den Stromhandelsplätzen treiben die Preise in die Höhe. Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher fordert: „Die Privilegien der Industrie sind zu Lasten der übrigen Verbraucher ausgeufert. Die Bundesregierung muss diese Auswüchse dringend eingrenzen.“

Quelle: Bund der Energieverbraucher e.V.