Bis zu 30 Prozent Solarkürzung in 2012
Die Installation neuer Solaranlagen in Deutschland erreichte im Jahr 2011 einen neuen Rekord. Bei einem Zubau von rund 7,5 Gigawatt (nach einer vorläufigen Auswertung) rechnet die Bundesnetzagentur mit einer deutlichen Absenkung der Solarförderung für Neuanlagen zum 1. Juli und einer weiteren Kürzung der Vergütungssätze zum Jahresende. Allein im Dezember des Vorjahres wurden in Deutschland 3 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert.
"Für das letzte Quartal 2011 verzeichnen wir einen Zubau von rund 4,15 GW. Bereits dieser Wert würde zu einer Degression in Höhe von 12 Prozent führen. Um eine maximale Degression von 15 Prozent zum 1. Juli zu erreichen, müssten der Bundesnetzagentur für Januar bis April 2012 nach dem jetzigen Stand nur noch etwa 225 MW neue PV-Leistung gemeldet werden", erläuterte der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth. Bei einem Zubau von 3,35 GW in den ersten drei Quartalen 2012 würde die Einspeisevergütung für Solarstrom ab Januar 2013 um weitere 24 % sinken. Somit summiert sich die Solarkürzung in 2012 auf fast 30 %. Laut Kurth, habe sich der Photovoltaik-Zubau trotz der bisherigen Förderkürzungen nicht verlangsamt. Die für 2022 geplante Photovoltaik-Leistung könnte schon Ende 2015 erreicht werden.
Das unerwartet hohe Photovoltaik-Wachstum hat eine heftige Diskussion über die Förderung der Sonnenenergie in den Regierungsparteien ausgelöst. Bundeswirtschaftsminister Rösler fordert drastische Einschnitte in der Solarstrom-Förderung. Nach seinen Vorstellungen soll der Photovoltaikzubau auf 1 GW pro Jahr gedeckelt werden. Doch die Forderung findet laut einer Meldung der FAZ in der eigenen Bundestagsfraktion keinen Rückhalt. Zwar denke die Koalitionsarbeitsgruppe Energie der FDP über zusätzliche Kürzungen nach, einen festen Deckel lehne sie aber weiterhin ab. Bundesumweltminister Norbert Röttgen steht jetzt unter Handlungsdruck und lädt zu einem Gespräch mit Spitzenvertretern der Solarbranche.

