Kanzlerin Merkel erwägt offensichtlich weitere Solarkürzungen

Die Solarbranche und weite politische Kreise reagieren mit Unverständnis auf die Äußerungen der Regierungschefin
 
Bundeskanzlerin Angela Merkel stieß auf harsche Kritik, nachdem sie laut eines Berichts des Spiegels jüngst im Bundestag weitere Einschnitte der Solarförderung angedeutet hatte. Die Förderung, so die Kanzlerin, stehe in keinem Verhältnis zum derzeitigen Beitrag der Solarenergie zur Stromversorgung. Nach den Gesetzen zur Energiewende und zum Atomausstieg stiften solche Äußerungen eher Verwirrung und führen zu Verunsicherung, kontern Vertreter der Solarbranche und der Opposition. Schließlich hat die Bundesregierung sportliche Ziele gesetzt, um in mehreren Etappen bis zum Jahr 2050 die Stromversorgung Deutschlands auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen. Die Bundesregierung „kenne offenbar ihre eigenen Gesetze nicht“. 2020 wird der Anteil von heute ca. 3,5 Prozent auf rund 10 Prozent steigen. Vorausgesetzt, der Zubau von Photovoltaik-Anlagen wird nicht weiter begrenzt.
 
Offensichtlich hat die Bundeskanzlerin übersehen, dass die Vergütung für Solarstrom in Deutschland in den nächsten 9 Monaten gleich zwei Mal abgesenkt wird. Allein am 1. Januar 2012 ist eine Kürzung laut Gesetz von bis zu 24 Prozent möglich, wahrscheinlich ist eine Kürzung von bis zu 15 Prozent.
 
Die Solarenergie gehört zu den größten Zukunftsmärkten. Damit Deutschland auch weiterhin auf dem Photovoltaik-Markt ein wichtiger Player bleibt, ist seitens der Politik eine starke Unterstützung statt kontraproduktiver Kommunikation wünschenswert. „Anstatt die Solar-Branche zu verunsichern, sollte die Bundesregierung endlich eine Solar-Strategie auf den Tisch legen, als kampflos den Chinesen einen der größten Zukunftsmärkte zu überlassen“, fordert der Grünen-Politiker Hans-Josef Fell, Mitglied im Umweltausschuss des Bundestages.
 
Quelle: der Spiegel; www.solarserver.de