Kein Märchen: Deutschland nicht von Stromimporten abhängig
Vom „sagenhaften“ Weg der Erneuerbaren und „märchenhaften“ Stromimporten
Wer nicht an das Märchen glauben möchte, dass Deutschland jetzt Strom importieren müsse, weil die „Bösen“ die „Guten“ (so wie es in Märchen üblich ist) gezwungen haben, die Atomkraftwerke abzuschalten, kann sich auch lieber an die Fakten halten. Denn laut Informationen der Stromwirtschaft wurde im ersten Halbjahr 2011 in Deutschland mehr Strom produziert als verbraucht.
Deshalb konnten rund 17 Prozent des deutschen Stroms exportiert werden. Der bereits zum Teil vollzogene Atomausstieg führte also nicht zu einem Strom-Defizit – wie manche Unke rief. Stattdessen gibt es, wenn auch kleiner als im Vorjahr, einen komfortablen Exportüberschuss, der sich aus der Differenz von eingeführten (23,9 Terawatt-Stunden) und ausgeführten (27,9 Terawatt-Stunden) Strommengen berechnet.
Auch dank der erneuerbaren Energien, die mittlerweile „sagenhafte“ 20 Prozent zur Deckung des Strombedarfs beitragen, ist die Versorgung der deutschen Bevölkerung gesichert. Bundesumweltminister Norbert Röttgen sieht das Überschreiten der 20-Prozent-Marke beim Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung im ersten Halbjahr 2011 als einen sichtbaren Beweis, dass eine nachhaltige Energieversorgung zukunftsfähig und die damit verbundenen Investitionen sicher sind.
Damit der Anteil an erneuerbaren Energiequellen an der Stromversorgung merklich gesteigert werden kann, ist noch eine große und herausfordernde Aufgabe zu meistern: der Ausbau und Umbau der Stromnetze. Eines der Hauptmerkmale erneuerbarer Energien-Anlagen ist, dass sie dezentral Strom produzieren und nahe am Endverbraucher liefern. Bisher setzte die Energiepolitik auf zentrale Großkraftwerke und Netze, die sternförmig organisiert sind. Damit erneuerbarer Strom von besonders günstigen Standorten (Sonne, Wind) an die Orte des Verbrauchs transportiert werden kann, werden belastbarere Stromnetze benötigt und weitere Investitionen in die Infrastruktur notwendig.
Die Abschaltung des letzten Atomkraftwerks ist per Gesetz bis spätestens 2020 vorgesehen. Je erfolgreicher und schneller der Ausbau der Erneuerbaren vollzogen wird, desto schneller werden riskante und CO2-intensive Kraftwerke überflüssig.

