Europäische Initiative: Solaranlagen sollen schneller ans Netz gehen
Die Projektgruppe PV Legal, ein Experten-Gremium von 12 europäischen Photovoltaik-Verbänden, kritisiert, dass die Genehmigung und der Netzanschluss von Solaranlagen in Europa generell zu langwierig, kompliziert und auch zu teuer seien. Die Experten haben nun ein Konzept-Papier erarbeitet, das von Politikern und Netzbetreibern konkrete Veränderungen fordert. Die Vorschläge sollen die bürokratischen Strukturen und Abläufe deutlich vereinfachen und den Ausbau der Photovoltaik insgesamt spürbar beschleunigen. Die so gewonnenen Zeitvorteile wirkten sich auch auf die Kosten für Photovoltaik-Investoren, Stromkunden und Staat aus: Wer Zeit verliert, verliere auch Geld.
Dazu sollen die Verfahren, die den Bau und die Installation von Solaranlagen genehmigen, in ganz Europa vereinheitlicht werden. Oft müssten Anlagenbetreiber mehrere Jahre warten, bis mit der Planung und Umsetzung einer Photovoltaik-Anlage begonnen werden kann. Das Gremium schlägt vor, kleine Solaranlagen auf Dächern generell von der Genehmigungspflicht zu befreien. Für alle anderen Solarstromanlagen sollen schlanke Verfahren eingeführt werden. Dafür stehe das „One-Stop-Shop“-Modell Pate, das bereits in Portugal angewendet wird. Es sieht nur eine zentrale administrative Anlaufstelle in einem Staat für alle Anträge und Bearbeitungen vor. Um die bürokratische Wachstumsbremse weiter auszuhebeln, sollten auf Bearbeitungsgebühren möglichst vollständig verzichtet werden. Auch mit dem unproduktiven Handel mit Photovoltaik-Genehmigungen sollte nach dem Entwurf der Experten endlich bald Schluss sein.
Ist das Genehmigungsverfahren für eine Solaranlage abgeschlossen und die Anlage fertig montiert auf dem Dach, muss sie nur noch angeschlossen werden. Aber auch hier stellen sich gegenwärtig oft Hindernisse in den Weg. Deshalb hält das Gremium ein Recht auf Anschluss von Erneuerbare-Energien-Anlagen für dringend notwendig, damit Photovoltaik-Strom sich im europäischen Raum zügig entwickeln kann. Netzbetreiber sollten per Gesetz verpflichtet werden, eine Solaranlage innerhalb einer gesetzlich festgelegten Frist von zum Beispiel spätestens 6 Wochen ans Netz anzuschließen.
Weitere Forderungen sind eine staatliche Vorgabe, Netzdaten wie die regionale Auslastung von Stromverteilnetzen und vorhandenen Photovoltaik-Kapazitäten zu veröffentlichen (beispielsweise über das Internet). Darüber hinaus sollen unabhängige Institutionen prüfen, wie viel Solarstrom-Leistung in verschiedenen Regionen Europas in die vorhandenen Netze integriert werden kann.
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar)

