Einschnitt der Solarstrom-Förderung in 2012 voraussichtlich größer als erwartet
Die EEG-Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik-Anlagen könnte zum Jahreswechsel stärker gekürzt werden als geplant
Wer vorhat, in eine Solaranlage zu investieren, könnte jetzt unter Zeitdruck geraten. Denn Experten befürchten zum Jahreswechsel nun einen höheren Einschnitt der EEG-Einspeisevergütung für Solarstrom als ursprünglich erwartet. Die Vergütungen für Strom aus Photovoltaikanlagen könnten um 15 Prozent und mehr abgesenkt werden, da laut EEG zu der Basisdegression von 9 Prozent nochmals mindestens 6 Prozent hinzu kämen, rechnet Franz-Josef Fell vor. Der energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag stützt sich mit seiner Kalkulation auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters*.
Solarstrom-Investoren, die in diesem Jahr eingestiegen sind, können sich glücklicherweise über eine attraktive Einspeisevergütung freuen. Denn die Kürzung der Einspeisevergütung im Juli 2011 fiel aus. Diese Chance, 20 Jahre lang Einnahmen aus der Solarstrom-Einspeisung auf so hohem Niveau zu genießen, bietet sich noch allen, die bis Ende 2011 eine Solarstromanlage installieren.

Wer noch länger wartet und diesen Termin verpasst, verzichtet voraussichtlich auf
mindestens 15 Prozent Einnahmen für 20 Jahre Nutzungszeit der Solaranlage.
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* Nach dem Bericht von Reuters wurde in den beiden Monaten Juni und Juli 2011 eine Photovoltaik-Leistung von ca. 1.250 Megawatt (MW) installiert. Insgesamt wären danach zwischen Oktober 2010 und Juli bereits für über 4.000 MW neue Solarstromanlagen in Deutschland ans Stromnetz angeschlossen worden. Überschreitet der Photovoltaik-Zubau in dem für die Berechnung der EEG-Kürzung maßgeblichen Zeitraum (Oktober 2010 bis September 2011) 4.500 MW, stünde laut der Rechnung von Hans-Josef Fell zum 1. Januar 2012 eine Kappung der Einspeisetarife von mindestens 15 Prozent an. Den Unterschied verdeutlicht diese Übersicht der Einspeisevergütung:
| Einspeisevergütungen für Solaranlagen in Deutschland (nach Größe der Photovoltaikanlage) |
Aktueller Einspeisetarif seit Januar 2011 (Cent / kWh) |
Voraussichtlicher Einspeisetarif ab Januar 2012 bei 15 % Kürzung (Annahme) (Cent / kWh) |
| Gebäudeanlagen bis 30 kWp |
28,74 | 24,43 |
| Gebäudeanlagen ab 30 kWp |
27,33 | 23,23 |
| Gebäudeanlagen ab 100 kWp |
25,86 | 21,98 |
| Gebäudeanlagen ab 1.000 kWp |
21,56 | 18,37 |
| Freiflächenanlagen | 21,11 | 17,94 |
| Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen* | 22,07 | 18,76 |
* Unter Konversionsflächen werden nach § 32 Abs. 3 Nr. 2 EEG gewerblich, industriell, militärisch und öffentlich genutzte Areale wie Straßen, öffentliche Plätze, Museen, Schulen oder Bibliotheken gefasst.
Quelle: Bundesverband der Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar)

