Solarenergie hilft fehlende Stromleistung von abgeschalteten AKWs ausgleichen
Solarstrom aus Photovoltaikanlagen leistete einen signifikanten Beitrag, den Ausfall von 13 aus dem Netz genommenen Kernkraftwerken abzufedern
Die Photovoltaik-Kapazitäten in Deutschland halfen in der ersten Jahreshälfte den Ausfall der 13 (von insgesamt 17) abgeschalteten Kernkraftwerke abzufedern. Das belegen laut einem Bericht des Handelsblatts Daten der internationalen Strombörse in Leipzig EEX (European Energy Exchange). Gerade am Mittag, die Tageszeit, in der die Nachfrage nach Strom besonders hoch ist, lieferten Solarstromanlagen je nach Wettersituation bis zu 13,5 Gigawatt Photovoltaik-Leistung in das Stromnetz. Gleiches wird auch von Seiten der Netzbetreiber berichtet. 7 ältere AKW wurden im Rahmen des Moratoriums wegen vermuteter Unsicherheit gegenüber bestimmten Risiken abgeschaltet. Weitere 6 Atommeiler wurden wegen Wartungsarbeiten vorübergehend vom Netz genommen.
Die aktuelle Entwicklung zeige, so Bruno Burger vom Freiburger Fraunhofer-Institut, dass der Beitrag der Solarenergie zur Stromversorgung sehr gut planbar sei. Als vorteilhaft stellt Burger heraus, dass Solarenergie Strom im Gesamtnetz sehr konstant einspeist. Der Freiburger Wissenschaftler begründet das damit, dass die Bereitstellung von Strom aus Sonnenenergie von Photovoltaik-Anlagen über eine große räumliche Verteilung erfolgt. Dadurch lassen sich – vergleichbar besser als bei der Stromerzeugung durch Windenergie – lokale Wetterschwankungen optimal ausgleichen.
Die Grünen fordern nach Warnungen großer Stromnetzbetreiber vor flächendeckenden Blackouts im Winter die Offenlegung der Datenbasis für diese Annahmen. Die Netzbetreiber müssten endlich ihre Datengrundlage veröffentlichen, ansonsten könne man ihre Aussagen nicht überprüfen, äußerte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn gegenüber der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Eine Studie der Universität Flensburg sieht offenbar keinen Anlass zur Sorge und komme zu dem Schluss, dass es im Winter keine Probleme mit der Stromversorgung in Deutschland geben dürfte.
Quelle: Handelsblatt

