Photovoltaik kann 350 Prozent des privaten Stromverbrauchs von Saarland decken
Neues flächendeckendes Solar-Kataster für das Saarland weist in bisher nicht erfolgtem Umfang geeignete Flächen zur Nutzung der Sonnenenergie aus
Im „sonnenverwöhnten“ Saarland liegt ein enormes Potenzial, aus Sonnenenergie Strom zu gewinnen. Rund dreieinhalb Mal so viel Strom wie verbraucht wird, könnten Saarlands Flächen (Freiflächen und Dächer) durch den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen produzieren. Die Solarpotenzialstudie, die im Auftrag des saarländischen Umweltministeriums erstellt wurde, ermittelte ein Gesamtpotenzial von 6.062 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr (GWh/a). 356 Prozent des Strombedarfs aller Haushalte bei einem Verbrauch von 1.667 Kilowattstunden pro Person und Jahr könnten damit allein mit Photovoltaik-Strom gedeckt werden.
Diese beachtlichen Energiereserven aller geeigneten Flächen des kleinsten Flächenbundeslandes der Republik verteilen sich auf Dachflächen (2.857 GWh/a) und Freiflächen (3.205 GWh/a) ungefähr gleich. Auffällig an dem Ergebnis ist, dass der größte Anteil mit 2.576 GWh/a auf Flächen ohne Einspeisevergütung fällt. Der Rest der Photovoltaik-Kapazitäten auf Freiflächen mit Einspeisevergütung stellen Randstreifen von Autobahnen und Schienenwegen und Konversionsflächen.
Saarland legt als erstes Bundesland ein derartiges flächendeckendes Solar-Potenzial-Kataster vor. Umweltministerin Simone Peter erklärte bei der Vorstellung der Studie „Die Ergebnisse untermauern die Umsetzbarkeit unserer energiepolitischen Ziele im Saarland, den Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von vier auf 20 Prozent bis 2020 zu steigern“. Im Jahr 2050 könnte allein aus dem Dachbestand sogar die vierfache Strommenge des privaten Verbrauchs erzeugt werden, die zunehmende Leistungsfähigkeit von Solarmodulen und einen effizienteren Umgang mit Energie eingerechnet.

