Photovoltaikbranche lehnt Deckelung von Solarstrom-Zubau geschlossen ab

Der Photovoltaik-Markt wächst schneller als von der Politik geplant. Die Solarwirtschaft und die Politik sind sich soweit einig, dass die Akzeptanz der Bevölkerung für das EEG erhalten werden muss. Denn der Zubau von Photovoltaik-Leistung wirkt sich auf die Höhe der EEG-Umlage und damit auch auf den Stromtarif aus. Der BSW-Solar (Bundesverband der Solarwirtschaft) unterstützt, dass der Anteil der Photovoltaik an der Strompreis-Umlage nicht mehr als 2 Cent/Kilowattstunde betragen und mittelfristig sogar sinken soll.

Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht einen Ausbaupfad von 52 bis 70 Gigawatt (GW) Photovoltaik-Leistung bis zum Jahr 2050 vor. Bis dahin soll eine Energieversorgung mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien erreicht werden. Der Zielkorridor für den Photovoltaik-Zubau für 2011 und 2012 nach EEG liegt bei 2,5 oder 3,5 GW. Gutachter der Photovoltaik-Roadmap berechneten, dass in 2011 der Zubau von Photovoltaikleistung 5 bis 6 GW nicht übersteigen dürfe, wenn die Strompreis-Umlage sich wie gewünscht entwickeln soll. Mittelfristig müsse sich der Zubau auf 3 bis 5 GW pro Jahr einschwingen.

Die tatsächliche Marktentwicklung lässt sich nur schwer einschätzen. Deshalb wird in der Politik darüber diskutiert, die Kürzung der Einspeisevergütung zum 1. Januar 2012  schon auf das Jahr 2011 vorzuziehen. Der BSW-Solar unterstützt stellvertretend für die Photovoltaikbranche die vorgezogenen Degressionsschritte, wenn sich abzeichnet, dass die Photovoltaik-Nachfrage über die gesetzten Werte wachsen sollte. Der BSW-Solar betont aber, dass die Kürzungen nicht vorgezogen werden dürfen, wenn absehbar ist, dass sich der Photovoltaik-Markt in 2011 deutlich abkühlt.

Vorschläge zur Deckelung des Marktwachstums durch Begrenzung des Photovoltaik-Zubaus und für weitere außerordentliche Absenkungen im Jahr 2011 werden einstimmig von der Photovoltaikbranche abgelehnt. Solche Maßnahmen greifen zu stark in die Selbstregulierung des Marktes ein. Der BSW-Solar befindet sich in enger Abstimmung mit der Regierung und dem Bundesumweltministerium und engagiert sich für zuverlässige politische Rahmenbedingungen für die Photovoltaikindustrie in der Zukunft.