Schnee und Eis auf Photovoltaik-Anlagen
Auch die Wintersonne spendet je nach Bedingungen des Standorts genügend Sonnenlicht für einen achtenswerten Stromertrag von Photovoltaikanlagen. Nur wenn nach Schneefällen Minustemperaturen dafür sorgen, dass auf der Fläche einer Photovoltaikanlage eine lichtundurchlässige Schneedecke liegen bleibt, kann die Photovoltaik-Anlage keinen Strom erzeugen. Dies führt auch bei besten Strahlungsbedingungen zu einem Ertragsausfall.
Schon bei der Planung der Photovoltaik-Anlage berücksichtigen
Das Abtauen bzw. Abrutschen von Schnee kann durch die Einstellung des Neigungswinkels und eine entsprechende Hinterlüftung begünstigt werden. Das kann man schon bei der Planung der Photovoltaik-Anlage berücksichtigen. Auch die Güte der bei der Installation verwendeten Bauteile und der Ausführung der Montage beugen Schäden durch Schnee und Frost an der Fotovoltaik-Anlage vor.
Wie viel Schneelast verkraften Photovoltaik-Module?
Für die Berechnung der Schneelast spielen die geografische Lage, die Höhe ü. M., die Dachneigung und der Wasseranteil des Schnees eine Rolle. 1 Meter trockener Pulverschnee belastet die Photovoltaik-Module mit einem Druck von ca. 30 bis 50 kg/qm. Wenn der Schnee antaut und nasser Neuschnee hinzu kommt, kann die Schneelast auf den Fotovoltaik-Modulen bis zu 250 kg/qm betragen. Sehr nasser oder bereits stark vereister Schnee kann bei gleicher Schneehöhe zu einer Belastung von 500 kg/qm und mehr führen. ANTARIS SOLAR-Module weisen eine Schneelastfähigkeit von mindestens 5400 Pascal (entspricht ca. 550 kg/qm) auf. In einem Test durch das Berliner PI-Institut wurden sogar 8400 Pascal erreicht, ohne dass das Modul Schaden nahm. ANTARIS SOLAR strebt für ihre Solarmodule die Schneelast-Zertifizierung für einen Wert von 5400 Pascal und mehr an.
Auf die Dachneigung und die Hinterlüftung kommt es an
Häuser mit steiler Dachneigung (größer 30 Grad) bieten den Vorzug, dass der Schnee von den glatten Oberflächen der Photovoltaik-Module in der Regel von selbst hinunter rutscht. Wenn die Solarstromanlage zudem noch gut hinterlüftet ist, muss sich der Betreiber der Photovoltaikanlage meistens keine Sorgen machen. Ist die Neigung des Dachs niedriger, hat der Anlagenbetreiber dann zwei Alternativen: warten, bis der Schnee schmilzt oder die Photovoltaik-Anlage von der Schneelast befreien.
Ungesichertes Betreten des Dachs unbedingt vermeiden!
Der Eigentümer der Anlage kann die Schneeräumung selbst übernehmen, wenn er keinen professionellen Dienstleister beauftragen möchte. Doch besteht bei allen Arbeiten auf dem Dach, besonders bei Schnee und Eisglätte, erhöhte Gefahr abzurutschen und abzustürzen, mit möglichen schweren Verletzungen als Folge.
Deshalb ist es besonders gefährlich, ungesichert auf das Dach zu steigen oder zu versuchen, den Schnee mit einem Haushaltsbesen von einem Fenster aus stehend zu beseitigen. Gleichzeitig sollte man darauf achten, dass die Glasoberflächen der Fotovoltaikmodule nicht beschädigt werden und dass zum Schneeräumen keine Werkzeuge mit scharfen Kanten verwendet werden. Mit speziellen Dach-Schneeräumern mit Teleskopstiel, erhältlich in jedem gut sortierten Baumarkt, können Photovoltaik-Anlagen gefahrenfrei und ohne die Photovoltaik-Module zu beschädigen, von einem Dachfenster aus gereinigt werden.
Wenn die Fläche der Photovoltaikanlage zu groß oder unzugänglich ist, und das Dach doch betreten werden muss, sind spezielle Vorrichtungen zur Absturzsicherung unverzichtbar. Wir berichteten bereits zu diesem Thema. Nähere Auskünfte erteilt sicherlich auch die Berufsgenossenschaft. Fotovoltaik-Anlagenbetreibern wird empfohlen, sich rechtzeitig zu Beginn der kalten Jahreszeit über geeignete Möglichkeiten zu informieren und die benötigten Materialien zu besorgen.

