Auf dem Prüfstand: das neue Energiekonzept der Bundesregierung
Die Bundesregierung überraschte am 6. September die Öffentlichkeit mit dem ersten Entwurf eines neuen Energiekonzepts, welches die Grundlage der Energiepolitik bis zum Jahr 2050 bilden soll. Insgesamt neun Punkte stehen für eine „umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“.
Auch wenn die erneuerbaren Energien als eine „tragende Säule“ der zukünftigen Energieversorgung beschrieben werden, sieht der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) im Konzept der Bundesregierung falsche Weichenstellungen:
Die Laufzeitverlängerung der Kernkraft und weitere geplante Kohlekraftwerke werden energiewirtschaftlich nicht als notwendig betrachtet. Es wird eher befürchtet, dass diese Maßnahmen Investitionen in den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ausbremsen. Die erneuerbare Vollversorgung – laut Sachverständigen ein realistisches Ziel – rückt damit in ferne Zukunft.
Der Konzeptentwurf berücksichtigt nicht ausreichend das energiewirtschaftliche Potenzial der Photovoltaik. Es fehlen auf Basis des EEG weitere Ausbauziele zum Beispiel des Eigenverbrauchs, einer wichtigen Brücke auf dem Weg der Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom.
Der für die Integration der erneuerbaren Energien so wichtige Um- und Ausbau der Stromnetze wird zwar thematisiert, aber nur unzureichend und nicht konkret genug beschrieben.
Vertreter der Solarindustrie setzen sich aktuell dafür ein, dass - vor dem geplanten Beschluss des Energiekonzeptes im September 2010 durch das Bundeskabinett - die erneuerbaren Energien angemessen berücksichtigt werden.

