Kernkraft als Klimaretter?
Angesichts von Klimawandel und Ressourcenknappheit gibt es weltweit eine neue Diskussion um die Zukunft der Kernenergie. Das Freiburger Öko-Instituts stellt in seiner Broschüre „Streitpunkt Kernenergie – Eine neue Debatte über alte Probleme“ nochmals die wichtigsten Fakten dar. Ein Resümee: Atomenergie kann nur einen geringen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Weltweit wird mit Kernenergie rund 15 Prozent des Strombedarfs produziert, insgesamt rund sechs Prozent des globalen Primärenergie-Verbrauchs. „Nur wenn die bestehenden 436 Atommeiler auf 1.000 bis 1.500 neue Anlagen ausgebaut würden, könnte Kernenergie überhaupt eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielen“, betont der Kernenergie-Experte aus dem Öko-Institut Dr. Christoph Pistner. Bei diesem forcierten Ausbau bekäme Deutschland allerdings Probleme mit der Uranbeschaffung: Allein bei einer Verdopplung der Nuklearkapazitäten in den nächsten 40 Jahren wären die Uranvorräte bald erschöpft. Auch ist Kernenergie nach Angaben des Öko-Instituts keine CO2-freie Technologie. Wer den gesamten Lebenszyklus von KKWs betrachtet - vom Uranabbau über die Anreicherung bis hin zur Endlagerung - stellt fest, dass auch bei der Produktion von Atomstrom CO2 freigesetzt wird. Fazit der Broschüre: Mit Strom aus regenerativen Energiequellen lässt sich genauso viel oder sogar mehr CO2 einsparen wie mit Atomstrom.

