Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

Ein Gutachten der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt: Die meisten Prognosen haben bisher die Entwicklung der Erneuerbaren Energien deutlich unterschätzt. Dem Gutachten zufolge fehlen in frühen Szenarien der 1980er Jahre heute fest verankerte Technologien wie Windkraft, Photovoltaik und Erdwärmenutzung. Aber auch Prognosen neueren Datums sind nicht notwendigerweise treffsicher: Die im Jahr 2005 im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums veröffentlichten Werte für 2030 wurden zum Teil schon zwei Jahre nach Erscheinen der Studie übertroffen. Das Gutachten führt ebenfalls Vorhersagen von Politikern und Verbänden auf. Beispielsweise die des Informationskreises Kernenergie, Erneuerbare Energien könnten nicht mehr als 4 Prozent des deutschen Strombedarfs decken. Tatsächlich tragen sie heute schon 15 Prozent bei. „Prognosen sind immer so gut, wie die darin zugrunde gelegten Annahmen“, erklärt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien die Fehleinschätzungen vieler Studien. „Die Preise für Öl und Gas sind in den letzten Jahrzehnten deutlich schneller gestiegen als erwartet. Gleichzeitig sind die Erneuerbare-Energien-Technologien immer günstiger geworden. Diese Innovationsschübe wurden in der Vergangenheit immer wieder unterschätzt.“